Schlagwort-Archiv: Staat

Feb 27

Verfassungsbruch – Land Sachsen – Gebt Freien Schulen eine Chance

und unterzeichnet zeitnah die Petition. Es muss endlich Gerichtkeit im Land einziehen. Es kannn nicht sein, das Verfassungsgerichtsurteile und damit die betroffenen Eltern, Schüler und Lehrer keine Beachtung finden.

https://www.openpetition.de/petition/online/stopp-dem-verfassungsbruch-fuer-eine-faire-finanzierung-freier-schulen-im-freistaat-sachsen  

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Jul 10

Umfeld für Kinder und Familien attraktiver gestalten

Bild © Diana Schmidtbauer

Bild © Diana Schmidtbauer

Das Zusammenleben im familiären Umfeld mit Kindern soll mit dem Ziel der Steigerung der Geburtenrate nachhaltig gefördert werden. Familie und Beruf müssen ohne Armutsrisiko lebenswert, finanzierbar und vereinbar sein. Dabei sind die Ressourcen aller gesellschaftlichen Schichten intensiv zu nutzen. hier

Begründung

In Deutschland muss der zunehmenden Überalterung der Bevölkerung mit umfassenden und weitreichenden Maßnahmen entgegengewirkt werden. Der demografische Wandel als Prozess ist nicht unumkehrbar. Finanzielle Zuwendungen sind ein Instrument zur Steigerung der Geburtenrate, das aber nur nachhaltig wirkt, wenn das gesamte gesellschaftliche Umfeld familienfreundlich gestaltet wird.

Erst dann werden Familien, dabei vor allem die Frauen, sich nicht mehr zwischen Familie und Karriere entscheiden müssen. Die Gründung einer Familie mit Kindern muss planbar, mit dem Beruf vereinbar und finanzierbar sein. In einer familienfreundlichen Atmosphäre wird das Miteinander der Generationen selbstverständlich und die Bedeutung der Existenz verschiedener Generationen offensichtlich. Ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Kompetenzen können zum gegenseitigen Vorteil eingesetzt werden: Nur über diesen Weg kann eine stabile und zukunftsfähige demografische Entwicklung gesichert werden.

Vorschlag im Detail

Die politischen Entscheidungsträger auf allen Ebenen werden aufgefordert, entsprechende Rahmenbedingungen für die Gründung von Familien zu schaffen. Die Möglichkeiten der Kinderbetreuung müssen den Erfordernissen des Berufsalltags in Qualität und Quantität, oder, wo nötig, das Arbeitsrecht an die Erfordernisse der Kindererziehung angepasst werden. Rechtliche, versicherungstechnische und ideologische Schranken dürfen eigenverantwortlichen und kreativen Lösungsansätzen zur Kinderbetreuung nicht länger im Wege stehen. Insgesamt sind die Aufgabenbereiche der Jugendämter den Erfordernissen unserer Zeit anzupassen, um diese zu wirksamen Familienämtern zu machen. Ein Schwerpunkt hierbei ist die Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Familie, z. B. das Schaffen einer bürgerorientierten informationsplattform.

Alle Mitglieder der Gesellschaft haben die Verpflichtung, sich für Familien zu engagieren. Auch die freie Wirtschaft kann hierbei nicht ausgenommen werden. Es muss ein Umdenken hin zur demografischen Verantwortung als Teil unseres gesellschaftlichen Selbstverständnisses erfolgen. Bildungsmöglichkeiten für junge Mütter und Väter, insbesondere, aber nicht nur im Erziehungsurlaub, sind verbesserungswürdig. Die Erziehung eines Kindes darf nicht länger gleichbedeutend mit einem Karriereknick sein.

Studieren mit Kind sollte von der Ausnahme zur Regel werden, damit das Durchschnittsalter der Eltern in Deutschland wieder sinkt. Eine neue Auslegung des Generationenvertrages muss gefunden werden, in der die Generationen gemeinsam das demografische Erbe der letzten 40 Jahre tragen. Hierfür sind Möglichkeiten zur ehrenamtlichen oder teilweise ehrenamtlichen Hilfe zu schaffen, die es älteren Menschen ermöglichen, effektiv an der Gestaltung einer kinderfreundlichen Gesellschaft mitzuwirken. Dazu muss auch das Grundverständnis des Zusammenlebens von Jung und Alt neu definiert und auf gegenseitige Inanspruchnahme von Hilfe und Unterstützung ausgerichtet werden.

Pro und Contra

Pro: Sozial abgesicherte Arbeitnehmer sind leistungswilliger, höher motiviert und identifizieren sich stärker mit ihrem Unternehmen. Die berufliche und soziale Zukunft des einzelnen steht einem Kinderwunsch nicht im Wege. Soziale Spannungen lösen sich, wodurch auch Erscheinungen unserer Gesellschaft wie Alkoholismus, Drogenkonsum und häusliche Gewalt abnehmen. Insgesamt würde eine Stabilisierung des sozialen Gefüges eintreten, dessen Folgen noch nicht benannt werden können. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie steht in direktem Bezug zu Art. 6 Abs. 2 des Grundgesetzes.

Contra:

Auf die Arbeitgeber kämen zusätzliche Kosten zu, die im schlimmsten Falle Investitionen verhindern könnten. Der organisatorische Aufwand ist recht hoch und verursacht Kosten, die nicht direkt bei den Familien ankommen. Es müssen Gesetzesgrundlagen für die Ausführung und die Finanzierung geschaffen werden. Die Erfolge werden in naher Zukunft nicht messbar sein. Letztlich bleibt die Finanzierbarkeit selbst als Gegenargument.

Umsetzung

Die vom Staat zu schaffenden Rahmenbedingungen müssen von denen eingefordert werden, die Familie haben oder gründen wollen. Politisches umdenken hin zu einer humanen, kinder- und familienfreundlichen Politik muss die Folge dieser Forderungen sein.
Ein Mindestlohn muss für alle Bereiche unter Berücksichtigung flexibler Arbeitszeitmodelle eingeführt werden, Zeitarbeit eingeschlossen. Kinderbetreuung bei freiwilliger Weiterbildung muss möglich gemacht werden. Ganztagsbetreuung von Kindern in Kindereinrichtungen und Schulen muss bezahlbar werden.

Schulspeisung, Schulbücher und Arbeitsmittel sind kostenlos bereitzustellen. Freier Eintritt in kulturelle Einrichtungen und Sportstätten. Ab einer bestimmten Größe des Unternehmens oder der Innung sind Betriebskindergärten oder eine Beteiligung an einem solchen zur Pflicht zu erheben. Vermittlung und Bezuschussung durch die Agentur für Arbeit muss soziale Aspekte mehr in den Mittelpunkt stellen.

Dieser Text entstand während des Bürgerforums 2011 im Ausschuss Demografie.
Autor: Diana Schmidtbauer
Autor: BürgerForum 2011