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Jun 07

Bedingungsloses Grundeinkommen, die richtige Antwort auf die demografische Schieflage in Deutschland

Zunächst bleibt festzuhalten, dass es sich bei dem bedingungslosen Grundeinkommen nicht um eine neue Sozialleistung handelt. Die Idee dazu ist nicht neu und erfordert eine grundlegende Erneuerung des Systems. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere an das von der FDP vor den Bundestagswahlen 2009 angepriesene Bürgergeld. Dieses Bürgergeld würde alle Sozialleistungen zu einem auszuzahlenden Betrag zusammenfassen, vorausgesetzt der Bürger ist bedürftig. Ein Zahlbetrag X schafft dabei einen Anreiz zur aktiven Teilnahme am Arbeitsleben. Das Bürgergeld löst allerdings nicht das Problem der in Deutschland vorherrschenden Altersstruktur.

Anders sieht es beim bedingungslosen Grundeinkommen aus.

Es soll jedem Bürger zugutekommen, ohne jegliche Bedingungen. Unsere Gesellschaft ist stark gealtert und auf absehbare Zeit wird kaum mit einer Umkehr der Alterspyramide zu rechnen sein. Auf die derzeitigen politischen Probleme möchte ich dabei nicht näher eingehen, denn eine Grundvoraussetzung für die Einführung dieser Leistung stellt auf einen radikalen Umbruch innerhalb des gesamten Sozial und Steuersystems ab. Diese Leistung ist zu hundert Prozent Existenzsichernd und führt zu einer sehr interessanten Überlegung. Arbeit ist freiwillig. Und alles was freiwillig geschieht, motiviert. Im Allgemeinen hegt jeder Mensch das Grundbedürfnis einer ihn ausfüllenden Arbeit nachzugehen. Selbst von Harz 4 betroffenen ist dieses Grundbedürfnis nicht fremd. Sie sehen nicht mehr den Sinn einer Arbeit nachzugehen. Arbeit im Niedriglohnsektor ist heutzutage beschämend, ausbeutend und hat den Nachgeschmack von Sklaverei. Selbst die Einführung des Mindestlohnes in der derzeitigen Höhe hat nicht viel mit einer Existenzsicherung zu tun.

Das bedingungslose Grundeinkommen unterliegt keinen Arbeitszwängen und ist dennoch ein anrechnungsfreies und die Existenz sicherndes zusätzliches Einkommen. Die Schere zwischen Arm und Reich wird ausgehebelt und alle Menschen sind, wie das Grundgesetzt bereits aussagt, gleich. Diese bedingungslose Grundleistung würde um den kostenfreien Zugang zu Bildung, Gesundheit und Kultur ergänzt. Das Macht und Herrschaftsgefüge, wie wir es heute kennen, wird es durch die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens in derartiger heutiger Ausprägung nicht mehr geben. Das Recht auf Arbeit und Bildung unterliegt nur dem Recht, nicht mehr der Pflicht.  Wer arbeiten will, wird hochmotiviert arbeiten, denn seine Existenz ist in den Grundzügen gesichert.

Diesen Umstand schätzen Arbeitgeber und Unternehmen. Allerdings gilt hier das Prinzip, das Arbeitnehmer von Arbeitgebern regelrecht umworben werden. Bessere Arbeitsbedingungen werden dadurch erreicht, das Arbeitnehmer freiwillig und flexibler einsetzbar sind. Arbeit wird in allen Bereichen im Sinne eines gesellschaftlichen Miteinanders und nicht als notwendiges Überlebensinstrument gesehen. Selbständigkeit richtet sich auf der Grundlage bessere Innovativer Ideen und Kreativität aus. Die Kaufkraft der Menschen steigert sich durch die veränderte Lohnstruktur und der Technische Fortschritt treibt voran.

Mut zu mehr Kindern

An dieser Stelle setzt der Anreiz zu mehr Kindern, ungeachtet dessen ob die Mutter sich in einer Ehe oder Alleinerziehend befindet, ein. Die Entscheidung ein oder mehrere Kinder groß zu ziehen wird durch den Faktor der garantierten Existenzsicherung abgefedert. Damit würde die Umkehr der Alterspyramide eingeleitet. Die Schieflage der derzeitigen Altersverteilung in Deutschland kann damit ausgeglichen werden. Keiner muss mehr Angst vor Altersarmut und Krankheit haben. Die Lebensqualität wird erheblich gesteigert, besonders die der älteren Generation.

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